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Hainhofen

Geschichte

Südlich von Ottmarshausen und mit diesem Ortsteil fast schon zusammengewachsen liegt Hainhofen. Namentlich wurde Hainhofen das erste Mal im Jahre 1276 erwähnt. Geschichtliche Forschungen belegen jedoch, dass es Hainhofen als eine Siedlung bereits im 7. oder 8. Jahrhundert gegeben haben muss. Der kirchengeschichtliche Hintergrund kann in Hainhofen an den alten Bauwerken zurückverfolgt werden und lässt eine zeitliche Einordnung der verschiedenen Kirchenheiligen erkennen. So wurde die alte Dorfkirche Hainhofens im 14. Jahrhundert errichtet, was die schönen gotischen Wandmalereien im ehemaligen Chorturm belegen. Maßgeblich beteiligt an der Entwicklung Hainhofens waren die Familien Rehlingen und Fugger. Im Dreißigjährigen Krieg diente Hainhofen als Zufluchtsort für die kaiserliche Reiterei, die vor den vorrückenden Schweden und Franzosen floh. Da es jedoch in Hainhofen zu keinerlei Gefechten kam, blieben die alten Bauwerke unbeschädigt und dienen heute als Zeugen der Vergangenheit.

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich die Einwohnerzahl Hainhofens auf etwa 1.000 Bewohner. Dafür hat sich der kleine Stadtteil einen schönen Ortskern mit Pfarrkirche, Pfarrhaus, Schulhäusern, zwei Dorfwirtschaften und Resten der ehemals dominierenden Landwirtschaft erhalten können. Wegen der reizvollen und ruhigen Lage zwischen Schmuttertal und dem Naturpark Westliche Wälder ist das schon im letzten Jahrhundert als Ausflugsziel beliebte Hainhofen heute ein äußerst beliebtes Wohngebiet für junge Familien.

Wissens- und Sehenswertes

Am bedeutendsten sind die St.-Stephans-Kirche und das Schloss, die den kirchlichen und weltlichen Charakter der geschichtlichen Entwicklung Hainhofens widerspiegeln.

Die 1723 geweihte St.-Stephans-Kirche wurde bereits in der romanischen Epoche erbaut, was die drei kräftigen Rundbögen in der Südwand belegen. Kunstgeschichtlich höchst interessant ist jedoch der Passionszyklus im Chorraum der Hainhofener Pfarrkirche. Diese Fresken eines unbekannten Meisters stammen aus dem Ende des 14. Jahrhunderts und wurden vor etwa 90 Jahren in vorbildlicher Weise restauriert.

Das ursprünglich barocke Schloss Hainhofen besteht im Grunde aus zwei unabhängig erbauten Schlössern, dem Langschloss, das im 18. Jahrhundert von Familie Rehlingen geführt wurde, und dem Hochschloss, das in der heutigen Form auf Anton Fugger zurückgeht. Errichtet wurde das Schloss an der Stelle eines bereits im 13. Jahrhundert gebauten Wasserschlosses und heute kann man noch Mauerreste des Ursprungsbauwerks erkennen. Kunstgeschichtlich besonders wertvoll ist die Stuckdecke des Rittersaales im Hochschloss, geschaffen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts von Andreas Hainz. 1582 kaufte Anton Fugger das Schloss und ließ es im Renaissancestil umbauen.

Noch ein drittes kunstgeschichtliches Kleinod liegt in Hainhofen: Die vom bereits erwähnten Anton Fugger erbaute Antoniuskapelle. Als ursprüngliche Friedhofskapelle lag sie außerhalb der Ortschaft. Mittlerweile ist sie in die Wohnbebauung eingebunden.

Hainhofen besitzt ein ausgeprägtes Vereinsleben. Im sportlichen Bereich freuen sich die Fußballer, Schützen und Tennisspieler über neue Mitglieder oder Zuschauer. Auch die freiwillige Feuerwehr und der Chor sind sehr aktiv und überraschen immer wieder mit interessanten Programmen.