Schlipsheim
Geschichte
Südlich von Hainhofen liegt am Abhang einer sichelförmigen Hügellandschaft das Dorf Schlipsheim. Es ist wahrscheinlich im 10. Jahrhundert entstanden und war lange Zeit ein reines Straßendorf, wo beiderseits der Hauptstraße ausschließlich Höfe angesiedelt waren. In der Ortsmitte Schlipsheims stand bis 1821 ein Schloss, das dann wegen Baufälligkeit abgerissen wurde. Von diesem Schloss ist nur noch die Kapelle St. Nikolaus von Tolentino übrig geblieben. Bis zum Jahre 1860 bestand in Schlipsheim eine kleine jüdische Gemeinde. Ihre Entstehung geht ins 18. Jahrhundert zurück, als die Ortsherrschaft mehrere jüdische Familien aufnahm und ein großes „Judenhaus” für sie erbauen ließ. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten hier die jüdischen Familien. Aus dieser kleinen jüdischen Gemeinde in Schlipsheim ging z. B. der regional bekannte bayrische Maler David Heinemann hervor, dessen Selbstportrait sich heute im Münchner Stadtmuseum befindet. Erst im 20. Jahrhundert gab es nennenswerte Veränderungen in Schlipsheim. Die Gemeinde Schlipsheim wurde am 19. Dezember 1906 aus dem Hainhofer Sprengel ausgeschult. In der 1907 gebauten Schlipsheimer Schule wurden 8 Klassen unterrichtet. 1963 wurde für sie für fast 175.000 DM umgebaut, und befindet sich heute in Besitz der Stadt Neusäß. 1927/28 wurde für die Kapelle ein Harmonium beschafft. 1928 begann die Planung einer Verbindungsstraße zwischen Hainhofen und Schlipsheim mit gleichzeitigem Umbau der Ortsstraße. Mit der Einweihung des Kriegerdenkmals gegenüber der Ortskapelle waren die baulichen Veränderungen in Schlipsheim bis zur Gebietsreform 1972 abgeschlossen. Ein Bauboom ist in Schlipsheim nie ausgebrochen und daher ist es heute der kleinste Ortsteil von Neusäß mit rund 500 Einwohnern.
Wissens- und Sehenswertes
Die Kapelle St. Nikolaus von Tolentino ist das Wahrzeichen von Schlipsheim. Sehenswert in dieser kleinen Kapelle sind auf jeden Fall die Altargemälde des Münchner Hofmalers Peter Candid sowie die aus dem 18. Jahrhundert stammenden Fresken des Augsburger Akademiedirektors Johann Josef Anton Huber.
Das Vereinsleben wurde in Schlipsheim schon immer groß geschrieben. So wurde neben der Feuerwehr, am 6. November 1948 der Unterhaltungsverein Frohsinn Schlipsheim gegründet. Dieser besteht heute aus verschiedenen Abteilungen, nämlich Theater, Schützen und Männergesang. 1978 wurde der Maibaumverein ins Leben gerufen und nicht zuletzt auch die SW Kickers gründeten 1983 ihre Hobbyfußballmannschaft. Die Vereine stellen im Dorf keine Konkurrenz dar sondern helfen sich gegenseitig und bis heute ist ein unbeschreiblicher Zusammenhalt unter den Schlipsheimern zu bemerken.
Wer sein Glück mit der Angelrute probieren möchte, kann diesem entspannenden Sport an den Schmutterufern bei Schlipsheim über eine Gesamtstrecke von 60 km frönen. Nach Erwerb einer Angeltageskarte beim Lechfischereiverein in Augsburg kann hier ein jeder Gastangler auch ohne ortsansässige Begleitung versuchen, den dicken Fisch an Land zu ziehen.