Täfertingen
Geschichte
Der nördlichste und zugleich älteste Ortsteil von Neusäß ist Täfertingen. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Täfertingen im 12. Jahrhundert, aber die vor ca. 50 Jahren gefundenen Reste von Alemannengräbern deuten auf eine alemannische Ortsgründung bereits im 6. – 7. Jahrhundert hin. Schließlich bietet das Marienpatrozinium der Dorfkirche ein weiteres Indiz für die frühe Ortsentstehung. Die mittelalterliche Herrschaftsgeschichte ist wie bei fast allen Stadtteilen sehr wechselvoll und erst nach dem Dreißigjährigen Krieg bildete sich eine fast einheitliche Ortsherrschaft des Heilig-Geist-Spitals aus, wobei Täfertingen Sitz des Obervogts wurde. In Täfertingen dominierte stets die Landwirtschaft. Zahlreiche große Bauernhöfe links und rechts der Dorfstraße, die Brauerei Schmid, der wohl älteste noch bestehende Gewerbebetrieb dieses Ortsteils und die Ortskirche mit dem danebenliegenden Pfarrhaus, prägen Täfertingens Stadtbild. Das höchste und bedeutendste Gebäude des Stadtteils ist die Marienkirche, früher ebenfalls ein Ziel der Wallfahrer. Heute hat Täfertingen rund 1.700 Einwohner, die maßgeblich an den Veränderungen des Stadtbilds mitgewirkt haben. Neben den kunstgeschichtlichen Elementen prägen heute ebenfalls neuzeitliche Bauten wie die moderne Sportanlage, die Schule oder das Gewerbegebiet das neue Täfertingen.
Wissens- und Sehenswertes
Kultur- und kunstgeschichtlich ist besonders die spätgotische Ortskirche Mariä Himmelfahrt von Bedeutung. Das aus dem 1430 stammende selbstgeschnitzte Gnadenbild Mariä Hilf weist auf eine ehemals blühende Wallfahrt hin. Dieser “Täfertinger Marientod” wird der Schule des berühmten Veit Stoßes zugeordnet und gehört zu den bedeutendsten Kunstwerken von Neusäß. Ab 1710 wurde die Kirche mehrmals erweitert und umgebaut. Zehn Jahre später im Jahre 1720 gestalteten Johann Braun und Johann Mayer den Turmbau neu. Im Jahr 1881 erwarb der Pfarrer Sebastian Wiedemann die Figuren des Heiligen Grabes für seine Kirche. Heilige Gräber waren die „Spezialität” des Herstellers Balthasar Kraft, der in Pfaffenhofen an der Ilm eine „Kunstanstalt für kirchliche Arbeiten” betrieb. Das im Stil der Nazarener bemalte Kulissengrab vermittelt einen Eindruck von der tiefen Wirkung und der Faszination des frommen Brauches.
Der zwischen Täfertingen und Alt-Neusäß befindliche Thalersee bietet im Sommer eine naturnahe, kostenfreie Erfrischung. Hier findet im August oftmals rund um den See das sogenannte „Bähmboree” statt, ein Diözesanlager der Pfadfinderschaft, wo man in eigens angelegten Stufendörfern die Natur erkundet und auch diverse Abendveranstaltungen umsetzt.
Täfertingen bietet sportlich sowohl dem Einheimischen als auch dem Besucher mal andere Sportmöglichkeiten als in den anderen Stadtteilen von Neusäß. Hier können Sie in den Sommermonaten Minigolf oder auch Beachvolleyball spielen.


