Steppacher Bismarckturm

Der berühmte Bismarckturm, gelegen auf einem Hügel zwischen Steppach und Stadtbergen, ist ein äußerst beliebtes Ausflugsziel für Einwohner von Augsburg, Neusäß und Stadtbergen, aber auch von weiter her kommen Besucher, um den besonderen Charme dieses Ortes zu genießen. Der Hügel auf dem der Bismarckturm zu Ehren des ersten deutschen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck erbaut wurde, gehört zum Neusäßer Ortsteil Steppach. Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte im Jahre 1901, nachdem dem „Eisernen Kanzler“ 1892 die Augsburger Ehrenbürgerwürde bei einem Kurzbesuch verliehen wurde. Obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits um die 50 Bismarcktürme gab, sollte die Gedenksäule eine der ersten Bismarckdenkmäler in Süddeutschland sein. Zur Finanzierung wurde ein Spendenverein gegründet, der über 50 000 Goldmark für Grunderwerb und Bau sammeln konnte. Es wurde allerdings kein spezieller Bauplan entwickelt, denn alle Bismarcktürme sind Abwandlungen des Einheitsplanes des Architekten Wilhelm Kreis, der darauf bedacht war, alle Gedenktürme ähnlich zu gestalten. Am 03. September 1905 wurde der 20 Meter hohe Bau aus Uracher Tuffstein fertiggestellt.
Zur Eröffnung wurde der Bismarckturm mit einer Feuerschale eingeweiht
Damals zierte den Bismarckturm eine riesige Schale, in der man zur Eröffnung ein Feuer entfachte. Außerdem wurden Reden gehalten, Kränze niedergelegt und Vereine marschierten festlich auf. Dieses spektakuläre Schauspiel wurde von nun an jährlich an Bismarcks Geburtstag am 01.April wiederholt, solange bis die Begeisterung um den ehemaligen Kanzler langsam abnahm. Nach der Errichtung übergab der Turmverein die Verantwortung für das Denkmal der Stadt Augsburg, welche allerdings nach einigen Jahren das Interesse verlor, Geld in den Bismarckturm zu investieren, da die Verehrung Bismarcks mit der Zeit immer schwächer wurde. Somit wurde der Turm zunächst versperrt, um ihn vor innerer Beschädigung zu schützen. Später nutze man ihn zu Kriegszwecken als Luftraumbeobachtungsturm und Kletterübungsanlage. Erst im Jahre 1979 übernahm der „Verein zur Sicherstellung überörtlicher Erholungsgebiete für die Region Augsburg” den Bismarckturm und steckte bis 1983 ca. 250 000 Mark in seine Sanierung. Inzwischen ist der Turm wieder gefahrlos besteigbar und wird regelmäßig auf seine Sicherheit überprüft und gewartet. Es soll zukünftig noch vielen Besuchern Freude machen, den Bismarckturm zu erklimmen, den herrlichen Ausblick zu genießen, und über geschichtliche Hintergründe zu philosophieren.
Die Steppacher sind stolz auf „Ihren“ Bismarckturm
Die Bewohner Steppachs schätzen ihren Bismarckturm sehr und steigen zu jeder Jahreszeit gerne hinauf. Im Sommer lässt es sich inmitten der riesigen Kastanienbäume wunderbar entspannen, ob beim Sonnenbaden oder lieber an einem schattigen Plätzchen. Immer wieder trifft man auch auf Geschäftsleute, die die besondere Atmosphäre der Bismarckturmes nutzen, und mit Handy und Laptop ihre Geschäfte von dort aus regeln. Auch Schüler und Studenten ziehen sich gerne auf die kleine Anhöhe von Steppach zurück, um zu lernen. Besonders erfreuen kann man sich an dem beeindruckenden Ausblick, wenn man die Stufen des Bismarckturmes hinaufsteigt. Alljährlich findet im Sommer das Bismarckturmfest statt. Ein ganzes Wochenende wird rund um den Bismarckturm gefeiert, mit Musik, Hüpfburg, Verlosungen und Verköstigung. Dieses Highlight zieht immer wieder zahlreiche Besucher an und bietet ihnen ein abwechslungsreiches Fest auf einem der schönsten Gebiete von Neusäß.
Ein Paradies für Drachensteiger – Der Bismarckturm bei Augsburg
Im Herbst ist der Bismarckturm ein beliebtes Ziel für Drachensteiger. Jedes Jahr sieht man eine Vielzahl von bunten Drachen, die von den günstigen Windbedingungen auf dem Hügel profitieren und ihre Bahnen ziehen. Nicht nur für Kinder ist dies ein Erlebnis, auch erwachsene Drachensteiger kommen dabei voll auf ihre Kosten. Sobald im Winter die ersten Schneeflocken fallen, mutiert der Berg am Bismarckturm zum Rodelberg. Das große Holzkreuz unterhalb des Bismarckturmes ist der Startpunkt. Von dort beginnt die Abfahrt, die unten an einem dicht bewachsenen Grünstreifen endet. Das Schlittenfahren am Bismarckturm in Steppach ist ein Spaß für Groß und Klein, den nicht nur Steppacher gerne nutzen, sondern auch „die Nachbarn“ aus Stadtbergen und Neusäß.
Zum 100-jährigen Geburtstag des Bismarckturm spendete die Stadtwerke Augsburg einen Trinkbrunnen. Für eine kleine Abkühlung an heißen Sommertagen ist seitdem auch gesorgt.
Der Bismarckturm ist also weit mehr, als ein großes, graues Denkmal aus einer längst vergangenen Zeit. Er ist der besondere Mittelpunkt des Ortes Steppach, an dem sich das ganze Jahr über das Leben abspielt und den Bismarckturm somit am Leben erhält.

